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Heidelberger Sinfoniker
Spaß, Kraft, großer Ausdruck, enorme Spielfreude - all diese Attribute gelten für das Konzert der Heidelberger Sinfoniker, die am Samstagabend in der Naturhornakademie Ungstein gastierten. Als Solisten waren Franz Vorraber am Klavier und Gastgeber Wilhelm Bruns am Naturhorn zu erleben - und ein Erlebnis war dieses Konzert, das schon einmal große Vorfreude auf das Haydn-Jahr 2009 weckte allemal.
Schon die ersten Takte belegten, dass Bruns da ein außergewöhnliches Orchester eingeladen hatte. Die Streichersinfonie Nr. 2 D-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) bildete den Auftakt eines fulminanten Abends, der an Inspiration und Viruosiät kaum Wünsche offen ließ. Dazu trug Dirigent Thomas Fey in großem Maß bei. Er wirkt stets hochkonzentriert, energiegeladen und legt sichtbar seine ganze Freunde an der Musik in sein Dirigat. Dies alles wirkte positiv auf das Ochester, das scheinbar von allen Zwängen befreit aufspielte und beim Zuhörer sofort das Gefühl erzeugt: Davon will ich mehr hören.
Das Allegro der Streichersinfonie kam bereits mit großer Kraft daher, die Musiker zeigten sich ausdrucksstark. Im kleinen Konzertsaal der Ungsteiner Naturhornakademie, wo der Zuhörer nur wenige Meter von den Ausführenden entfernt sitzt, macht es Spaß, beispielsweise die energiegeladen und sicheren Griffe des Bassisten genau zu beobachten. So wird auch deutlich, dass die Streichersinfonien von Mendelsssohn, die dieser schon im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren als Unterrichtsarbeiten geschrieben haben soll, mehr sind als die Verarbeitung bekannter Vorlagen. Die Streicher modellierten mit gefühlvollem Griff jede Feinheit dieser Werke heraus.
Virtuosität ist auch der Begriff, der für die Spielweise von Wilhelm Bruns unbedingt gebraucht werden muss. Gemeinsam mit dem Orchester (mittlerweile um ein Cembalo ergänzt) spielte er das Hornkonzert Nr. 2 D-Dur von Joseph Haydn (1732-1809), an dessen 200. Todesjahr 2009 sicher mit großen Konzerten erinnert wird. Wer an diesem Abend das Glück hatte, hinter dem Orchester zu sitzen, sah mit welcher Präzision Bruns sein Horn stopft, wie genau er sein Instrument kennt und wie klar bei ihm jede Fingerbewegung im Schalltrichter ist, um die Naturtöne zu erzeugen. Hierbei erlebt der Zuhörer die Musik ursprünglich, sowie sie wohl auch vor rund 200 Jahren in den Konzertsälen oder auf dem Schloss des Fürsten Esterhazy zu hören war. Man glaubt, die Intension der Komponisten zu spüren, denen in ihrer Zeit eine zumindest teilweise auch eingeschränktere Instrumentenauswahl als heute zur Verfügung stand. Nicht zuletzt hierin lag der enorme Reiz des ganzen Abends.
Verstärkt um zwei Oboen und zwei Naturhörner sowie ein Fagott gingen die Heidelberger Sinfoniker dann an die "Feuersinfonie" von Haydn heran. Vor allem der scharfe Hörnerklang und die fein führenden Klänge der Oboe mussten jetzt auffallen, der gesamte Eindruck des Orchesters wurde durch die Bläser natürlich nachhaltig verändert. Druckvoll tutti im Presto (erster Satz), aber auch nur in Streichquintettbesetzung im Menuetto (dritter Satz), überzeugte das Orchester auch hier restlos. Das grandiose Finale (vierter Satz, Allegro assai) setzte nochmals Maßstäbe. Deshalb verwunderte es auch nicht, dass bereits jetzt zur Pause, das Publikum überaus stürmisch applaudierte, die Musiker und Dirigent Thomas Fey gefeiert wurden, so dass schon jetzt eine erste Zugabe mit der Ouvertüre zur Haydn-Oper "Lo Speziale" nachgelegt wurde.
Der zweite Progammteil gehörte dann ganz der Musik Mozarts und dem österreichischen Piansisten Franz Vorraber. Er spielte Mozarts Es-Dur Klavierkonzert KV 271 "Jeunnehomme" und gewann das Publikum bereits mit den ersten Griffen in die Tasten. Der Pianist scheint für das Klavierspiel geboren, vermittelt sofort den Eindruck absoluter Perfektion. So schafft er es, das 1777 für die französische Pianistin Louise Victoire Jenamy (Jeunehomme) geschriebene und oft aufgeführte Konzert neu zu beleben, die Inspiration Mozarts, der in dieser Zeit bereits sein meisterhaftes Kompositionstalent voll entwickelt hatte, genau herauszuarbeiten und die Klangfarbe des Werkes, von dem im Radio oft nur der erste Satz zu hören ist, detailgenau darzustellen. Tosender Applaus war auch hier der Lohn.
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Naturhornseminar Dassel 2010 |
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Und sie strömen wieder!
Trotz auffrischender Witterung war das Wochenende in Dassel wieder ein voller Erfolg. 72 Es-Horn-Bläser, darunter 3 Kinder, aus der ganzen Republik genossen diese vier Tage in vollen Zügen. Nach viel Unterricht, Themenarbeit in Gruppen, einem lustigen und informativen "Bunten Abend", sowie dem schon obligatorischen Konzert der Dozenten in der ev. Kirche, gingen die Teilnehmer nach einem sonnigen Abschluss am Sonntag in der Gewissheit nach Hause, dass 2011 wieder genau so schön werden wird.
Datum:
1. - 4. September.
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