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Jazz Nacht mit Janice Dixon
Experimentierfreude: belohnt
Opernsängerin Janice Dixon wandelt mit ihrer "Jazz-Nacht" in der
Naturhornakademie auf ungewohnten musikalischen Pfaden
Von unserem Mitarbeiter
Henning Gajek
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Bad Dürkheimer Zeitung
Dienstag 5.7.2005
Bisher standen in der Ungsteiner ?Naturhorn-Akademie", die alte Dürkheimer
noch als ?Flakhalle" kennen, eher klassische Werke bis hin zu Opernarien auf
dem Programm. Weil Akademie-Leiter Wilhelm Bruns aber seit 1988 am
Nationaltheater Mannheim das Horn bläst und Starsopranistin Janice Dixon
dort fast genauso lange Opern singt, ergab sich die Möglichkeit zu dem an
diesem Ort recht ungewöhnlichen Experiment einer ?Jazz-Nacht" mit
Opern-Diva, das am Samstag über die Bühne ging und als mehr als gelungen
bezeichnet werden kann.
Die meisten Zuhörer kamen dabei wohl doch vor allem wegen der Persönlichkeit
Janice Dixons und der Aura des Veranstaltungorts, der sich in kurzer Zeit zu
einer der ersten Kultur-Adressen in der Region gemausert hat, und nicht so
sehr wegen des Jazz-Programms. Doch am Schluss war das Klassik-Publikum auch
inhaltlich restlos begeistert, von einem ?Fest für die Ohren" sprach eine
Zuhörerin und traf damit den Kern.
Janice Dixon hatte sich für ihren Jazz-Ausflug den phänomenalen Schlagzeuger
Meinhard ?Obi" Jenne gewünscht, der das Handwerk schon als Jugendlicher bei
der Schlagzeuglegende Elvin Jones lernte. Auch die preisgekrönte
Jazz-Pianistin Anke Helfrich war mit von der Partie, die beherzt in die
Tasten des extralangen August-Förster-Flügels griff. Bassist Mini Schulz
schließlich ist durch Auftritte mit dem Saxophonisten Peter Lehel bekannt,
etwa bei ?Palatia Jazz".
Los ging es ?funky good", und der ?Devil Moon" schaute vorbei, ein
abwechslungsreiches Programm mit ?Loads of lovely love". Als eigenes Stück
steuerte Anke Helfrich ihr ?Movin in" bei, mit groovigem Up-Tempo
verarbeitet sie darin Elemente aus ihrer CD ?You"ll see" und feiert eine
Hommage an ihr großes Idol Les McCann. Beim Spielen richtet sie sich auf dem
Klavierhocker auf, als wolle sie gleich aufstehen, um die ganze Kraft in die
Tasten zu legen. Dieser Groove steckt an, steigert sich in ein Kurzsolo und
entlädt sich im Beifallsgewitter des Publikums.
Die schweren Schritte einer Karawane entstammen dem beängstigend intensiven
Bass von Mini Schulz bei ?Caravan", wo man förmlich den Sand knirschen und
Mücken summen hört - letzteres stimmlich dargestellt von Janice Dixon. Die
Trommel gräbt sich dumpf und monoton in die Gehörgänge, ein Bild aus ?1001
Nacht". ?God bless ... not America .... the Child" grinst die Sängerin, und
der Rhythmus steigert sich, erinnert an legendäre Swing-Solos mit Gene Krupa
und endet in einem Up-Tempo-Latin-Groove, der selbst der Sängerin ein ?Puh"
entlockt, mit dm das Publikum auch in die Pause entlassen wird.
Nach selbiger geht es nahtlos weiter: ?Night in Tunisia" kommt
groovig-quirlig daher. Janice Dixon startet ruhig, swingt zunächst
zurückhaltend, weiß aber ganz genau, auf was es ankommt. Plötzlich trommelt
sie auf einer afrikanischen Umhängetrommel, schlägt konzentriert und
energisch und liefert sich eine musikalische Schlacht mit
Meisterschlagzeuger Obi Jenne - ausdrucksstark. ?The Summer knows"
verleugnet seine Opernherkunft nicht, weiß aber um die Bedeutung der
Bluesnote. Es folgt ein Schlagzeugsolo, ein perkussives Gesamtkunstwerk auf
einer Einzelanfertigung aus Metall. Jenne ist ein genialer Rhythmiker, der
dabei doch so brav und unschuldig schaut, wenn er Wirbel und Triller onbeat
ineinander verschachtelt und moduliert. Bei ?Night & Day" lässt Dixon ihre
Stimme perkussiv wie ein Trommelfeuer auf das Publikum wirken, Mini Schulz
streicht den Bass und swingt.
Kann man das steigern? Ja sicher. Als Zugabe zelebriert Janice Dixon, die
früher nie in einer amerikanischen Kirche gesungen hat, ?Route 66" als
rezitatives Gospel. Zwischen Les McCann und einer Marching St. Louis Street
Band verwandelt sich das opernorientierte Publikum in eine fröhlich feiernde
Gemeinde. Nach diesem Abend ist sich der Veranstalter sicher, dass das nicht
das erste und letzte Jazzkonzert in der Naturhornakademie gewesen sein wird.
07.07.2005
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Naturhornseminar Dassel 2010 |
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Und sie strömen wieder!
Trotz auffrischender Witterung war das Wochenende in Dassel wieder ein voller Erfolg. 72 Es-Horn-Bläser, darunter 3 Kinder, aus der ganzen Republik genossen diese vier Tage in vollen Zügen. Nach viel Unterricht, Themenarbeit in Gruppen, einem lustigen und informativen "Bunten Abend", sowie dem schon obligatorischen Konzert der Dozenten in der ev. Kirche, gingen die Teilnehmer nach einem sonnigen Abschluss am Sonntag in der Gewissheit nach Hause, dass 2011 wieder genau so schön werden wird.
Datum:
1. - 4. September.
Die Anmeldungen laufen schon. Einmal auf das Foto klicken und Du bist dabei! |
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