Mozart in Kerkrade
Dunkles Grollen sorgt für viele Lacher
Ungewöhnliche Klänge bei der fröhlichen Euriade-Eröffnung in Kerkrade
Mit seinem Naturhorn setzte Wilhelm Bruns das Ausrufungszeichen beim Eröffnungskonzert des Wissenschafts- und Kulturfestivals Euriade im Parkstad-Theater Kerkrade. Nach dem selten aufgeführten Hornkonzert in Es-Dur (KV 417) von Wolfgang Amadeus Mozart zeigte er in einer Zugabe, welche Klangvielfalt in diesem schwer zu spielenden, klobigen Instrument ohne Ventile steckt. Vom flüsternden Tremolo bis hin zum dunklen Grollen gingen die überraschenden Klangerlebnisse, die auch für manchen Lacher im Publikum sorgten.
Wie im Mozartjahr 2006 nicht anders zu erwarten, gab es ausschließlich Musik des 1756 geborenen Komponisten zu hören. Begleitet wurde der Hornist vom Mannheimer Mozart Orchester, das den Abend mit der Symphonie B-Dur (KV 319) eröffnete.
Der Dirigent Thomas Fey hat das hochprofessionelle Orchester für das Jubiläumsjahr zusammengestellt. Und die engagierten jungen Musiker zeigten in kleiner Besetzung, was sie konnten. Souverän und mit großer Spielfreude und nicht ohne Humor, der sich in den überraschend gesetzten Pausen zeigte, brachten sie das Werk dar. Die kleine Besetzung war dem Komponisten selbst geschuldet. Zu Mozarts Zeiten hatten Orchester eben diese Größe.
Sauber und souverän.
Das Hornkonzert riss selbst den österreichischen Botschafter Erwin Kubesch vom Stuhl, der als Festredner anwesend war. Der Enkel eines Hofkapellmeisters fand das Hornspiel "großartig".